Angebote

Nach einer längeren stilleren Phase beginnen wir wieder, Räume für Tiefe Anpassung zu öffnen.

Wir sind eine kleine Gruppe von fünf Menschen, die an das anknüpft, was hier über Jahre gewachsen ist – und zugleich neu fragt: Was wird jetzt gebraucht? Was hilft uns, dem fortschreitenden Kollaps nicht auszuweichen, sondern ihm mit mehr Ehrlichkeit, Verbundenheit und innerer Weite zu begegnen?

Unsere Angebote sind Erfahrungsräume für Menschen, die spüren, dass äußere Anpassung allein nicht reicht. Es geht auch um innere, emotionale, gemeinschaftliche und spirituelle Anpassung: um Trauer, Angst, Ohnmacht, Nicht-Wissen, Dankbarkeit, Verantwortung – und um die Frage, wie wir handlungsfähig bleiben können, ohne uns voneinander und vom Leben abzuschneiden.

Wir möchten gemeinsam üben, mit offenem Herzen anwesend zu bleiben, während vertraute Sicherheiten brüchig werden. Zusammen. Im Nicht-Wissen und unperfekt. Schritt für Schritt.


Online-Kurs – Einführung in die Tiefe Anpassung

Der Tragödie unserer Welt ins Auge blicken

Was finden wir auf der anderen Seite, wenn wir durch Verzweiflung, Trauer und Hilflosigkeit angesichts der Klima-, Ökozid- und Kollapstragödie gegangen sind? Was geschieht, wenn wir uns dem Schmerz stellen um das, was schon verloren ist – und um das, was wir noch verlieren werden?

Wir laden Dich ein auf eine Erfahrungsreise – zusammen mit anderen, die bereit sind, den sozial-ökologischen Kollaps als bereits stattfindend zu betrachten, ökologische und gesellschaftliche Katastrophen als wahrscheinlich anzuerkennen und auch das Nicht-Wissen über das, was kommt, gemeinsam auszuhalten.

Aber macht der Gedanke, dass es für eine Rettung vor dem Kollaps zu spät sein könnte, nicht depressiv, verängstigt und hoffnungslos? Das ist ein häufiger Vorwurf an die Arbeit der Tiefen Anpassung: Menschen würden durch die Beschäftigung mit dem Zusammenbruch in Hoffnungslosigkeit versinken, anstatt zu handeln.

Wir können jedoch auch unseren linearen Blick, den wir uns in der modernen Welt angewöhnt haben, erweitern. Viele Prozesse im Leben sind eher zyklisch, drehen sich immer wieder im Kreislauf von “geboren werden, wachsen, vergehen und sterben”. Transformationsproezesse beinhalten diese Phasen in unterschiedlichen Längen und Intensität. Lenken wir den Blick darauf, können wir auch wahrnehmen, dass Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit einen wichtigen Platz in Krisen haben. Darauf gibt es auch Hinweise aus der Trauer- und Sterbeforschung. Wenn wir Menschen diese Emotionen halten und miteinander teilen, können sie zu einer anderen Art von Wahrnehmung führen.

Dann kann Handeln aus einem anderen inneren Ort entstehen: nicht mehr vor allem aus Kampf, Kontrolle oder dem Wunsch, die Welt zu reparieren, sondern aus Liebe, Verbundenheit und der Bereitschaft, dem Leben auch mitten im Zerfall zu dienen.

Sich der unbequemen Wahrheit und den damit verbundenen Gefühlen zuzuwenden, führt also nicht zwangsläufig in Depression oder Apathie. Es kann auch in eine tiefere Gegenwärtigkeit führen – und in ein Handeln aus Liebe.

Dieser Online-Kurs öffnet einen Raum, in dem wir uns gegenseitig darin unterstützen, bewusst zu fühlen, was wir fühlen. Wir trauern um das bereits Verlorene, öffnen uns dem Schmerz, aber auch der Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens. Wir erkunden emotionale Prozesse, die in uns individuell und kollektiv angesichts des globalen öko-sozialen Kollapses wirken.

Im geschützten und achtsamen Raum fassen wir den Mut, unsere Emotionen anzuschauen und zu teilen. Wir erleben die stärkende Wirkung des Gehalten-Seins im Kreis und fragen, welche Formen von innerer Anpassung, Verantwortung und Handeln daraus entstehen können.

Der Kurs beleuchtet ausgewählte Grundgedanken der Tiefen Anpassung, unter anderem die vier Fragen beziehungsweise „vier Rs“, Dankbarkeit, Trauer, Hoffnung, Nicht-Wissen und die Frage, wie wir mit offenem Herzen anwesend bleiben können, während vertraute Sicherheiten brüchig werden.

Der Kurs ist besonders für eine erste vertiefende Beschäftigung mit dem Feld geeignet.

Termine

ElementZeit/Termin
Online-Workshop 1Dienstag, 6. Oktober 2026, 18:30 – ca. 20.00 Uhr
2 Wochen Reflexionsphase
Online-Workshop 2 Dienstag, 20. Oktober 2026, 18:30 – ca. 21:00 Uhr
2 Wochen Reflexionsphase
Online-Workshop 3 Dienstag, 3. November 2026, 18:30 – ca. 21:30 Uhr

Kurselemente

Der Kurs verbindet Phasen der Selbstreflexion mit persönlichem Austausch und gemeinsamer Praxis:

  • drei Online-Abende mit allen Teilnehmenden
  • kurze inhaltliche Impulse zur Tiefen Anpassung
  • angeleitete Reflexions- und Wahrnehmungsübungen
  • Austausch in Kleingruppen und im Kreis
  • Anregungen zum Weitergehen zwischen den Terminen
  • optionaler schriftlicher Austausch zwischen den Abenden

Teilnahmevoraussetzungen

  • Bereitschaft, den sozial-ökologischen Kollaps als bereits stattfindend zu betrachten
  • Bereitschaft, ökologische und gesellschaftliche Katastrophen als wahrscheinlich anzuerkennen
  • Bereitschaft, auch der Möglichkeit Raum zu geben, dass es zu spät sein könnte, wesentliche Entwicklungen noch aufzuhalten
  • psychische Stabilität und Bereitschaft, Selbstverantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen
  • Bereitschaft, sich selbst und anderen gegenüber wahrhaftig und respektvoll zu zeigen
  • Bereitschaft, sich auf die beschriebenen Elemente des Kurses einzulassen
  • ausreichend stabile Internetverbindung, Kamera und Mikrofon

Dieser Kurs ersetzt keine Therapie. Er ist ein gemeinsamer Erfahrungs- und Lernraum für Menschen, die sich dem Kollaps nicht allein, sondern in Verbindung, Ehrlichkeit und Mitgefühl zuwenden möchten.

Kurshaltende

Zielgruppe

Unsere Räume entstehen aus der Frage, wie wir inmitten von Krise, Unsicherheit und veränderung in Beziehung bleiben können – zu uns selbst, zueinander und zur Welt. Sie richten sich an Menschen, die sich von den Zuständen unserer Zeit berühren lassen und sich nach Orten sehnen, an denen Fühlen, Fragen und gemeinsames Erkunden möglich sind.

Vielfalt und Zugang

Unsere Workshops laden Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen und Perspektiven ein. Wir möchten Räume schaffen, in denen Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, geschlechtlichem Selbstverständnis, sexueller Orientierung, körperlichen oder gesundheitlichen Voraussetzungen und der Art, wie sie die Welt wahrnehmen und verarbeiten, teilnehmen können. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir über die Gestaltung solcher Räume noch Vieles lernen und selbst auf dem Weg sind.

Wir wissen, dass die Zugänge zu solchen Räumen nicht für alle gleich sind. Unsere angebote werden derzeit vor allem von Menschen genutzt, die über bestimmte Ressourcen verfügen – etwa Zeit, finanzielle Möglichkeiten, Bildungszugänge oder eine gewisse Stabilität im Alltag.

Unsere Haltung

Wir bemühen uns um eine Praxis, die

– diskriminierungssensibel
– traumasensibel
– körperorientiert
– langsam und lauschend ist.

Wir verstehen unsere Räume als lernende Beziehungsräume, in denen Unterschiedlichkeit wahrgenommen und nicht vorschnell eingeebnet wird.

Konkrete Rahmenbedingungen

Im Rahmen unserer Möglichkeiten achten wir auf

– transparente und möglichst solidarische Preismodelle
– Pausen, langsame Rhythmen und unterschiedliche Beteiligungsformen
– Respekt für verschiedene Energielevel und Belastbarkeiten
– eine möglichst verständliche und sensible Sprache.

Unsere Grenzen

Unsere Arbeit entsteht mit begrenzten Ressourcen. Sie ist auch von unseren eigenen Erfahrungen mit chronischen Erkrankungen und damit geprägt, die Welt und den Alltag auf unterschiedliche Weise wahrzunehmen und zu verarbeiten. Wir können nicht allen Bedürfnissen gleichermaßen gerecht werden und nicht versprechen, dass unsere Räume für alle Menschen gleichermaßen zugänglich oder sicher sind. Wir verstehen unsere Arbeit deshalb als fortlaufenden Lernprozess und laden dazu ein, diesen Prozess gemeinsam mit uns mitzugestalten.

Wir sind selber sozialisiert in der westlich-weißen Kultur, die auf Ungleichheit und Diskriminierung aufgebaut ist. Obwohl wir als Kursleitende und vermutlich auch alle sich anmeldenden Teilnehmenden sicher nicht diskriminieren wollen – wird es uns vermutlich unbewusst und ungewollt dennoch passieren. Wir lernen ständig weiter und freuen uns über Rückmeldung, sollte sich etwas auf dieser Seite oder in unseren Veranstaltungen für dich diskriminierend anfühlen. Wir nehmen jedes Feedback ernst.

Teilnahmegebühr, Stornogebühr, Anmeldung