Netzwerk Tiefe Anpassung

Wir freuen uns über neue Mitglieder in unserem Netzwerk. Hier haben wir alles Wissenswerte über uns zusammengefasst. Bei Interesse an einer Mitarbeit bitte Nachricht über das Kontaktformular.

Menschen, die im Rahmen von Tiefe Anpassung (Deep Adaptation) arbeiten, tun dies auf der Grundlage der Überzeugung, dass ein Zusammenbruch unserer bisherigen Lebensweise wahrscheinlich, unvermeidlich oder bereits im Gange ist.

Wir beschäftigen uns dabei mit folgenden Fragen:
“Was sind die psychologischen und spirituellen Implikationen des bedrohlichen Zustands unserer Welt?
und
“Was sind die praktischen Mittel, um individuelles und kollektives Wohlergehen vor und während des ökologisch und klimabedingten gesellschaftlichen Zusammenbruchs zu unterstützen?”
anstelle von
“Inwieweit ist der ökologisch oder klimabedingte soziale Zusammenbruch möglich? Was können wir tun, um ihn zu verhindern?”


Übersicht

  1. Unser Wirken
  2. Unsere Mitglieder
  3. Unsere Werte Und Prinzipien
    3.1 Werte
    3.2 Prinzipien
  4. Unsere Organisation
    4.1 Tiefe Anpassung-Community
    4.2 Forschungsgruppen
    4.3 Netzwerk
    4.4 Arbeitsgruppen
    4.5 Lenkungskreis
    4.6 Hütekreise
  5. Sonstiges
    5.1 Austritt/Ausschluss
    5.2 Weiterentwicklung von Community und Netzwerk
    5.3 Vernetzung mit der globalen Deep Adaptation Bewegung
    5.3 Distanzierung zu rechtsextremen Haltungen und Ideologien

1. Unser Wirken

Wir gestalten Räume, in denen Menschen sich gegenseitig darin unterstützen, im Angesicht globaler Krisen ihre damit verbundenen herausfordernden Gefühle anzuschauen, zu spüren und zu teilen.

Im Bewusstsein um den möglichen Zusammenbruch unserer sozial-ökologischen Systeme schaffen wir ein Verständnis für die seelisch-emotionalen Prozesse, die in uns allen sowohl individuell als auch kollektiv wirken.

Wir unterstützen Menschen bei der Entwicklung neuer Perspektiven und möglicher Handlungsoptionen für sich selbst und für die Welt. Dabei orientieren wir uns unter anderem an den vier Fragen von Deep Adaptation (Tiefe Anpassung):

Resilience (Resilienz)
Welche Normen und Verhaltensweisen unserer derzeitigen Systeme wollen wir bewahren und wie erreichen wir das?

Relinquishment (Loslassen)
Welche materiellen Dinge, Verhaltensweisen und Glaubenssätze gilt es loszulassen, um die Krise nicht zu verschlimmern?

Restoration (Wiederherstellen)
Welche bereits bestehenden oder vergessenen Praktiken, Ansätze und Haltungen können wir wiederherstellen, damit wir mit den auf uns zukommenden Schwierigkeiten fertig werden?

Reconciliation (Versöhnen)
Mit wem oder was wollen wir Frieden schließen, um das Leiden zu reduzieren? Wie versöhnen wir uns mit dem bestehenden kritischen Zustand der Welt? In welcher Hinsicht könnte es heilsam sein, dass wir uns mit uns selbst versöhnen?

Wir arbeiten daran, das kollektive Bewusstsein für unsere globale Misere zu erweitern, indem wir den Aufbau einer realistischen Selbst- und Weltwahrnehmung in uns selbst und anderen fördern und damit nach Möglichkeit Abwehrmechanismen und Vermeidungsstrategien auflösen, die unnötiges zusätzliches Leiden erschaffen.

Damit handeln wir von einem anderen inneren Ort aus: nicht mehr der Kampf gegen oder für etwas bestimmt unsere Aktionen, sondern die Liebe, die wir entdecken, wenn wir uns unserem Schmerz um die Welt stellen.

2. Unsere Mitglieder

Das Netzwerk Tiefe Anpassung vereint Menschen, die

… bereit sind, einen sozial-ökologischen Zusammenbruch als bereits stattfindend, ökologische Katastrophen als wahrscheinlich und das Aussterben der Menschheit als möglich zu betrachten.

… bereit sind, sich beängstigenden Fragen sowie den damit einhergehenden unangenehmen Gefühlen zu stellen, diese mit offenem Herzen zu halten und liebevolle Antworten für sich selbst und die Welt zu entwickeln.

… bereit sind, eigene Haltungen, Glaubenssätze, kulturelle Prägungen und Identitäten zu hinterfragen und diese ggf. zu unterbrechen, wenn sie Leiden erzeugen.

… angesichts zusammenbrechender Systeme heilsam in der Welt wirken wollen, z. B. indem sie andere dabei begleiten, ihr Leben im Angesicht des drohenden Kollapses neu zu überdenken, indem sie das Konzept der Deep Adaptation bekannter machen, indem sie über Möglichkeiten des solidarischen Lebens im Zusammenbruch forschen o. ä.

… sich gegenseitig dabei unterstützen auch im Angesicht extremer äußerer Bedingungen absolute Gewaltfreiheit in Wort und Tat zu praktizieren.

… bei dieser Arbeit voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen wollen.

3. Unsere Werte und Prinzipien

3.1 Werte

Mitgefühl
Unsere Notlage ruft uns individuell und kollektiv zu tiefer emotionaler, psychologischer und spiritueller Arbeit auf. Wir glauben, dass diese Arbeit am besten in einer mitfühlenden Haltung geschieht. Wir versuchen uns gegenseitig darin zu unterstützen, dass wir es bemerken, wenn Wut, Angst, Panik oder Unsicherheit unsere Gedanken oder Verhaltensweisen beeinflussen. Es ist auch wichtig uns daran zu erinnern auf uns selbst aufzupassen, besonders weil die Dringlichkeit unserer Notlage leicht zum Burnout führen kann.

Neugier
Wir sind uns bewusst, dass wir nur wenige Antworten auf spezifische technische oder politische Fragen haben. Stattdessen ist es unser Ziel, einen Raum und eine Einladung zur Teilnahme an einem schöpferischen Dialog anzubieten, der auf Freundlichkeit und Neugier basiert. Die Wertschätzung der Neugier lädt uns auch dazu ein, einige der tief verwurzelten oder “unsichtbaren” Annahmen zu hinterfragen, die unsere eigene Weltsicht untermauern. Ist beispielsweise der in der Vorstellung vom “gesellschaftlichen Zusammenbruch” implizierte Anthropozentrismus hilfreich? Wie können wir die Privilegien anerkennen, die dieser Diskussion oft zugrunde liegen und ihnen entgegenwirken?

Respekt
Wir respektieren die Situation anderer Menschen und wie sie auf unsere besorgniserregende Lage reagieren, egal ob sie zum ersten Mal vom drohenden Kollaps erfahren oder ihn bereits erleben. Wir versuchen, nährende und inklusive Räume für eine tiefgreifende Anpassung zu schaffen und zu gestalten.

3.2 Prinzipien

Co-kreativ: Wir teilen Methoden und Prozesse und lernen gegenseitig von der vielfältigen Erfahrung, die jede*r Einzelne mitbringt. Wir bauen auf eine Vielzahl gut etablierter Moderationsprozesse, welche die Annahme teilen, dass Wissen von Natur aus relational, vorläufig und subjektiv ist.

Offen
Ein TA-Gesprächskreis bietet einen sicheren Raum für liebevollen und fruchtbaren Dialog. Es geht darum, gemeinsam Fragen zu erforschen anstatt Antworten zu geben. Auf diese Weise schaffen wir Räume des kollektiven Lernens.

Bewusst
Wir kommen zusammen, um unser individuelles und kollektives Bewusstsein zu vertiefen, indem wir bei dem bleiben, was in jedem von uns hier und jetzt präsent ist. Aus diesem Raum heraus streben wir danach, liebevolle Antworten auf unsere Erfahrungen im Zusammenhang mit unserer bedrohlichen Lage zu ermöglichen und zu verkörpern. Unser Fokus ist es dabei, Leid zu reduzieren. Wir laden auch dazu ein, sich bewusst zu werden, wie die “unsichtbaren” Geschichten von Fortschritt, Patriarchat, Macht und “Othering” (Fremdmachung) – die kollektiv die Reise hin zu unserer Notlage geformt haben – sich immer noch unbewusst in uns bewegen und weiterhin die Art und Weise beeinflussen, wie wir der Welt einen Sinn geben und miteinander Beziehung aufnehmen. Dadurch können wir diese Geschichten anerkennen und nach Wegen suchen sie zu überwinden.

Verbunden
Die Vorstellung von Getrenntheit ist ein Teil von dem, was uns in diese Krise geführt hat. Wir sind nicht dafür gemacht, in solchen Zeiten unseren Weg alleine zu finden. In diesem Raum versuchen wir auf der Basis von Neugier und Mitgefühl wieder zu erlernen, wie wir uns miteinander und mit einer größeren Kraft, die jenseits von uns liegt, verbinden können. Wir begrüßen dabei die verschiedenen Namen, die jede.r verwenden wird, um diese Kraft zu bezeichnen (Natur, Universum, Gott usw.) und erforschen, wie wir mit dem Unbekannten in uns, außerhalb von uns und in der Zukunft in Beziehung gehen können.

Inklusiv
Wir heißen Unterschiedlichkeit (Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, etc.) in einer Haltung von Solidarität und Gleichheit willkommen. Diese inklusive Haltung richtet sich auch nach innen, indem wir uns selbst und andere dazu einladen, jede Art von Energie in sich willkommen zu heißen, damit wir uns ganz zeigen können und die Vielfalt sichtbar wird, die in unseren Körpern, Herzen und Köpfen lebt.

Eigenverantwortlich
Wir laden dazu ein, den Raum mit der Intention zu betreten, Verantwortung für die eigenen Erfahrungen zu übernehmen anstatt andere anzuklagen. Da wir alle Arten von Energien willkommen heißen, müssen wir bereit für Konflikte und für unangenehme Gefühle sein, die auf dem Weg zu uns selbst und zueinander auftauchen können. Deshalb stellen wir Fragen, die uns helfen, die Verantwortung für unsere eigenen Erfahrungen zu übernehmen, in unsere Mitte zurückzukehren und anderen den Raum dafür zu geben, dasselbe zu tun. Z. B. “Warum ist diese Emotion, die ich gerade erlebe, in mir ausgelöst worden? Auf welche Weise dient sie meinem Wachstum und dem der Gemeinschaft?”.

4. Unsere Organisation

4.1 Tiefe Anpassung-Community

Menschen, die über das Thema TA mit anderen vernetzt sein wollen, vor allem Teilnehmende an den Angeboten des Netzwerkes. Derzeit sind dies alle Mitglieder der TA Austauschgruppe auf Telegram.

Ggfs. könnte langfristig ein eigenes Diskussionsforum für alle Interessierten entstehen, unabhängig von Teilnahmen an Angeboten, das vom Netzwerk betreut wird.

4.2 Forschungsgruppen

Selbstorganisierte Gruppen von 4-6 Personen, die sich bei Bedarf/Interesse einzelner Community-Mitglieder bilden, um z. B. ein spezielles Thema zu beleuchten, eine individuelle Frage zu behandeln oder einfach einen festen Kreis zum Austausch zu etablieren o. ä.

Forschungsgruppen sind kleinere Einheiten der Community und haben – anders als die Arbeitsgruppen – keine strukturelle Aufgabe im Netzwerk, sondern dienen allein ihren Mitgliedern.

4.3 Netzwerk (von Professionals)

Menschen, die aktiv im Feld der TA arbeiten und sich dabei austauschen wollen. (Nicht nur Workshop-Anbietende, sondern auch z. B. Künstler:innen, Forschende, Journalist:innen usw.).

Das Netzwerk soll mittelfristig über eine Website mit Mitgliederprofilen und Marktplatz der Angebote in der Öffentlichkeit repräsentiert werden.

Aufnahmeprozess:
– Teilnahme an dem vierwöchigen TA-Kurs oder einem vergleichbaren Angebot des Netzwerks oder entsprechender Selbsterfahrung mit Deep Adaptation
– Kenntnis über Selbstverständnis, Werte und Prinzipien des Netzwerks
– Interview mit einem Hütekreismitglied, um Motivation und Erwartungen etc. zu klären.
– Wenn Interview positiv, Einladung der interessierten Person zum nächsten Netzwerktreffen, um sich gegenseitig weiter kennenzulernen (unverbindlich für beide Seiten)
Wenn auch dies positiv:
– Interessierte Person verpflichtet sich schriftlich auf die Werte und Prinzipien und verweist darauf auch in ihren TA-Angebotsbeschreibungen
– Interessierte Person verpflichtet sich zur aktiven Mitarbeit im Netzwerk, mindestens aber an den regelmäßigen Netzwerktreffen teilzunehmen

4.4 Arbeitsgruppen (AGs)

Gruppen von Netzwerkmitgliedern, die bestimmte strukturelle Aufgaben übernehmen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau der Website, Konfliktbearbeitung, Gemeinschaftsbildung, Weiterentwicklung, Kooperationen usw.). Solange das Netzwerk klein ist, können das auch Einzelpersonen sein.

Aus den Arbeitsgruppen wird je ein:e Delegierte:r in den Lenkungskreis entsandt, um den Informationsfluss zwischen Netzwerk und Hütekreis sicherzustellen.

Die Gruppen treffen Entscheidungen innerhalb ihrer Aufgabenfelder im Dialog mit dem Hütekreis.

Auf den Netzwerktreffen wird das Gründen von neuen Arbeitsgruppen besprochen. Arbeitsgruppen bilden sich selbstverantwortlich und selbstorganisiert.

4.5 Lenkungskreis (= Hütekreis + 4-5 Personen aus AGs; max. 10 Personen) – ähnlich erweitertem Vorstand eines Vereins

Menschen aus dem Netzwerk, die aktive, gestaltende Rollen bei Aufbau und Pflege des Netzwerks übernehmen wollen, in der Regel indem sie Mitglied einer Arbeitsgruppe sind oder eine solche gründen.

Der Lenkungskreis berät den Hütekreis bei Entscheidungen. Er vereinigt die Stimmen aus den Netzwerk und bringt diese dem Hütekreis zu Gehör. Er ist sozusagen die Schnittstelle zwischen Netzwerk und Hütekreis.

Auf den Netzwerktreffen wird das Gründen von neuen Arbeitsgruppen besprochen und je ein*e Delegierte*r der Arbeitsgruppen wird Teil des Lenkungskreises.

4.6 Hütekreis (4-5 Personen) – ähnlich Vorstand eines Vereins

Das sind Menschen, die das Netzwerk aufbauen und am Leben erhalten wollen. Mitglieder des Hütekreises sind zunächst diejenigen, die die Initiative ergriffen haben (derzeit: Bijan, Claudia, Thomas, Walter).

Der Hütekreis trifft im Dialog mit dem Lenkungskreis Grundsatzentscheidungen im Sinne der Werte und Prinzipien. Die Mitglieder sind sozusagen „Hütende“ oder „Bewahrende“ der Vision bzw. der Essenz.

Aufnahme in den Hütekreis bis auf weiteres über persönliche Ansprache durch Hütekreis-Mitglieder.

5. Sonstiges

5.1 Austritt/Ausschluss aus Community, Netzwerk und Untergruppen

Ein Austritt ist jederzeit möglich. Der Austritt sollte dabei verantwortungsbewusst gestaltet werden im Hinblick auf die übernommenen Verantwortlichkeiten.

Voraussetzung für einen Ausschluss ist ein Konfliktprozess mit Konfliktbegleitung. Das Konfliktmanagementsystem ist aktuell noch nicht ausgearbeitet. Grund für einen Ausschluss kann z.B. die Verletzung der Werte und Prinzipien des Netzwerks sein.

Wir sind uns bewusst, dass das Thema der “Tiefen Anpassung” starke Emotionen in uns allen auslösen kann. Unsere Erfahrungen haben bisher gezeigt, dass niemand (einschließlich uns als Gründer*innen und Initiator*innen des Netzwerks) frei von Konflikten in dieser menschlich tiefgreifenden Thematik sein kann. Unser Ziel ist es, einen sicheren Rahmen für uns und alle Netzwerker*innen  und Teilnehmer*innen zu schaffen, in dem jede*r gehört wird, insbesondere wenn es zu Konflikten kommt. Uns ist bewusst, dass Konflikte immer die ganze Gemeinschaft betreffen und dass ein “sich abwenden” davon großen Stress für alle Beteiligten mit sich bringt. Gleichzeitig ist uns wichtig, unsere jetzigen und zukünftigen Ressourcen für die Unterstützung von Klärungsprozessen nicht zu überfordern. Wir wünschen uns daher einen achtsamen und selbstverantwortlichen Umgang mit entstehenden Konflikten in der Form, dass alle Mitwirkenden für sich ausreichende Klarheit darüber gewinnen, ob sie auch zu dieser Form des Umgangs aus vollem Herzen beitragen können und möchten. Wenn dem so ist, dann kann nach und nach ein fürsorgliches Miteinander entstehen, welches den “Anderen” genauso im Blick behält wie sich selbst – auch wenn es schwierig wird.

Im Falle eines Konfliktes oder starken Triggers  greifen folgende Navigationshilfen:

  1. direkt: ich teile mich mit, spreche von mir und meiner Befindlichkeit und was sie ausgelöst hat. Ich schaue, ob ich meine Reaktion zu mir nehmen kann. / gibt es eine Bitte, die ich an jemanden in der Gruppe stellen möchte?
  2. später: unterstützte Selbstempathie (im Buddy- oder Patenschaftssystem) – Gefühle und Bedürfnisse erkennen.
  3. bei weiterem Klärungsbedarf: bitte um Mediation – wenn Ressourcen dafür gegeben sind.
  4. ggf. Restorative Circles wenn Ressourcen dafür gegeben sind.

Neben den Menschen aus dem Hütekreis braucht das Netzwerk daher unbedingt auch weitere Menschen, die empathisch zuhören können, Fähigkeiten als Mediator*innen haben und/oder psychologisch/psychotherapeutisch geschult sind, um in Zukunft ein stabiles Konfliktlösungssystem mit aufzubauen. Mitgefühl, Neugier und Respekt sind (wie in unserem Selbstverständnis beschrieben) die wesentlichen Grundwerte unseres Netzwerks.

5.2 Weiterentwicklung von Community und Netzwerk

Unser Netzwerk soll langsam und organisch wachsen. Wir wollen die uns aufgezeigten Grenzen für dieses Wachstum liebevoll annehmen und sind bemüht, nicht mehr zu wollen, als uns tatsächlich möglich ist. Im Prozess des Aufbaus des Netzwerkes wollen wir größtmögliche Transparenz in allen relevanten Teilbereichen dieser umfangreichen Arbeit praktizieren. Das betrifft auch und nicht zuletzt das Thema Entscheidungen bezüglich des Netzwerkes. Es ist unsere Vision auf Dezentralität und damit auf  Vertrauen und sinnvolle Entlastung zu bauen, die es uns ermöglicht in vielen Bereichen simultan zu arbeiten. Gleichzeitig fühlen wir uns als Gründer*innen und Initiator*innen des Netzwerks zuvorderst in der Fürsorge und Verantwortung gegenüber der Grundidee von “Tiefe Anpassung” und seiner Wertschöpfung für uns und alle Mitwirkenden. In dieser Fürsorge geht es uns darum diese Werte zu hüten und sie davor zu schützen, dass diese durch unpassende Inhalte und querverweisende Themen vermischt, verwässert oder anders beschädigt werden.  Daher ist unsere Haltung zum Thema Entscheidungen eine, die auf langsame Prozesse entstehenden Vertrauens mit den Mitwirkenden setzt und sich in dieser sensiblen Phase der Arbeit vorbehält, ggf. Entscheidungen aus dem engeren Kreis heraus zu treffen; innerhalb einer natürlichen hierarchischen Gegebenheit, wie sie sich aus dem Gründungsimpuls der Menschen ergeben hat, die das Netzwerk bereitgestellt haben. Dafür bitten wir um Nachsicht und Verständnis.

5.3. Vernetzung mit der globalen Deep Adaptation Bewegung

Unser Netzwerk ist Teil des globalen Deep Adaptation Netzwerks. Als solches engagieren wir uns dafür, das Bewusstsein für unsere Klimaproblematik zu schärfen und den Dialog über ihre psychologischen und spirituellen Auswirkungen zu fördern. Wir ermutigen zu sozialem Handeln und zur Schaffung von Mitteln zur Unterstützung des individuellen und kollektiven Wohlbefindens im Vorfeld (und während) des gesellschaftlichen Zusammenbruchs. Unsere Grundwerte sind Mitgefühl, Neugier und Respekt und zu diesen Werten zurückzukehren, wann immer wir von ihnen abweichen. Wenn du denkst, dass wir diese Werte oder die Gruppenregeln, die wir oben aufgelistet haben, nicht befolgen, wende dich bitte zuerst an den Hütekreis über info@tiefe-anpassung.de, bevor du die Administratoren der globalen Deep Adaptation Facebook-Gruppe kontaktierst.

Du kannst die Richtlinien, denen wir zugestimmt haben, hier nachlesen: Affiliated Group Guidelines
Um mehr über Deep Adaptation zu erfahren:
– Lade das Originalpapier von Jem Bendell über Deep Adaptation herunter.
– Beteilige Dich an globalen Diskussionen in der Facebook-Gruppe Positive Deep Adaptation.
– Beteilige Dich an professionellen Diskussionen im Deep Adaptation Forum.

Wenn Du regelmäßig vom globalen Deep Adaptation Netzwerk Informationen erhalten möchtest, melde Dich für den Newsletter Deep Adaptation Quarterly an.

Wenn Du oder jemand, den Dukennst, in Bezug auf den Klimanotstand suizidale Gefühle empfindet, ziehe bitte in Erwägung, eine Hilfe-Hotline zu kontaktieren, z. B. die Telefonseelsorge. Weitere Ratschläge findest Du hier.

5.4 Distanzierung zu rechtsextremen Haltungen und Ideologien

Das Netzwerk Tiefe Anpassung ist partei- und konfessionsunabhängig und versteht sich als Zusammenschluss von Menschen, die sich dem Gedanken der Demokratie, der globalen Solidarität und den grundlegenden Rechten aller menschlichen und mehr-als-menschlichen Wesen verbunden fühlen.

Wir dulden daher keine rassistischen, fremdenfeindlichen und andere diskriminierenden oder menschen- und lebensverachtenden Bestrebungen.

Wir distanzieren uns insbesondere von dem Versuch rechtsextremer Kräfte, angesichts des drohenden Zusammenbruchs der Systeme Angst zu schüren, Menschen auszugrenzen, Sündenböcke zu konstruieren und gesellschaftliche Krisen für ihre eigenen Interessen auszunutzen.

Stattdessen wollen wir durch unsere Arbeit dazu beitragen, angesichts der multiplen Krisen solidarische, gerechte, inklusive, friedliche und liebevolle Antworten zu finden.